Und die Nikschups bleiben in der ersten Nacht in der Hauptstadt Belgiens.
Doch bevor die meisten Nikschups die Museen und Sehenswürdigkeiten Brüssels einrennen, geht es nach der angeregten Fahrt bestimmt noch auf einen Absacker in die nähere Umgebung.
Um geistig frisch auf die Konversationen mit den Belgiern vorbereitet zu sein, noch einige Fakten zu Brüssel und Belgien für den lernbegierigen Nikschup.
Die Bevölkerung Brüssels teilt sich hauptsächlich in 3 Gruppen auf,
- den Flamen, den niederländisch sprechenden Teil der Einwohner, die zudem meist in der nördlichen Region Flandern mit Städten wie Brügge, Gent, Antwerpen leben,
- den Wallonen, die französisch sprechende Gruppe, die auch im Süden Belgien leben, mit Schwerpunkt in der Region Wallonie mit Städten wie Namur, Charleroi, Lüttich (in deren Nähe auch deutschsprachige Bewohner, wie in Eupen-Malmedy ansässig sind) und
- den Allochthonen, Personen mit einem Migrationshintergrund, die in Brüssel 57% der ca. 1,2 Millionen Einwohner ausmachen. Die Stadtteile Saint-Josse-ten-Noode und Saint-Gilles weisen mit 98% und 81 % an Allochthonen den höchsten Prozentsatz auf, worauf Magdeburg sicherlich noch einige Jahre warten muss.
Damit drängen sich in der Hauptstadt-Region mit seinen 161km2 (Magdeburg hat 201km2) ca. 7.300 Einwohner auf den km2 und übertreffen somit die höchste Dichte einer deutschen Stadt, München mit ca. 4.700 Einwohner/km2 bei weitem. Das Stadtgebiet besteht aus 19 Gemeinden, wie bspw. Anderlecht und St. Gilles, die in der höchsten Fußball-Liga spielen, der Division 1A, die aufgrund eines Sponsorings seit 2016 offiziell Jupiler Pro League heißt, wobei Jupiler ein genießbare Biermarke ist.


Die erste Erwähnung verdanken die Brüsseler einem Magdeburger. Unser Otto der Große führte erstmals den Ort Bruocsella „Wohnort im Sumpf“ im Jahre 966 in einer seiner Urkunden an.
Das sich daraus einer der kulinarischen Hotspots der Welt mit einer vielfältigen Biertradition entwickeln würde, war damals noch nicht erkennbar.
Dies ist, so behaupte ich, sicherlich einer der Hauptgründe weshalb sich die EU für den Hauptsitz in Brüssel entschied, um seinen und unseren ehrenwerten, verdienstvoll-gescheiterten Beamten einen akzeptablen Feinschmecker- und Altersruheort zu bescheren (Die Hauptgebäude der EU befinden sich ca. 1,5-2km östlich unseres Hotels).
Gewiss ließ sich auch die NATO (frz. OTAN) von den vielfältigen, erlesenen Speisen und Getränken überzeugen und wählte ebenfalls Brüssel zu Ihrem Hauptquartier, um jederzeit gefechtsbereit, mit vollem Magen in Kneipen Reißaus nehmen zu können.
Vielleicht tauchen demnächst hier auch unsere Uschi von der Leyen (ach, die hat es sich ja schon dort in anderer Funktion gemütlich gemacht), Annegret Krampf-Knarrenklauer oder unsere Silvester-Kracher Lady Christine Lambrecht, unter dem Befehl des Kopierers Karl-Theodor zu Guttenberg in einem FAHRENDEN Leopard auf, um zu erklären, wie man bis vor kurzem jährlich ca. 50 Mrd. € verpulvern konnte, ohne dabei Abgase zu erzeugen.


Der Aufstieg Brüssels gelang unter Herzog Heinrichs I. (1190–1235) von Brabant, der Brüssel 1229 das Stadtrecht verlieh und sein herzogliches Schloss hier erbaute.
Zur Hauptstadt des Burgunderreiches wurde Brüssel 1430 (mit Stammsitz in Frankreich und dort produzierten exzellenten (Burgunder-)Weinen rund um Beaune), als Philipp der Gute, Herzog von Burgund, das Herzogtum Brabant erbte.
Brüssel wurde im 16. Jahrhundert Bestandteil der spanischen, katholischen Niederlande und es erfolgte beinahe der totale Exodus der dort lebenden Protestanten.
Brüssel blieb auch nach Ende des 30-jährigen Krieges (Westfälischer Frieden von 1648), in deren Folge die Vereinigten Niederlande unabhängig wurden, weiterhin als Teil der südlichen Niederlande unter katholischer, anfangs spanischer, später Habsburger und dann französischer Kontrolle.
Der Konflikt im Vereinigten Königreich der Niederlande nahm infolge von sprachlichen und religiösen Unterschieden zwischen dem nördlichen und südlichen Teil der Niederlande (Flandern contra Wallonie) nach dem Wiener Kongress (1813: nach der Völkerschlacht bei Leipzig) und Napoleons Niederlage in Belle-Alliance (Waterloo) 1815 weiter zu, der in der belgischen Revolution von 1830 gipfelte.
Um ein Wiedererstarken Frankreichs zu verhindern, wurde 1830 daraufhin die Unabhängigkeit eines neuen Königreiches, Belgien mit heute rund 11,6 Millionen Einwohnern, von den damaligen Großmächten England, Preußen, Österreich und Russland beschlossen.
Der Deutsche Leopold von Sachsen-Coburg-Saalfeld wurde dann vom neu gegründeten belgischen Nationalkongress gefragt, ob er König der Belgier werden wolle. Leopold änderte daraufhin seinen ursprünglichen Plan, König von Griechenland zu werden, was ihm ebenfalls angetragen wurde, da er den belgischen Königstitel als lukrativer ansah. Er wurde somit zum 1. Belgischen König, Leopold I.
Die (de facto parlamentarische) Monarchie, wird derzeitig von Philippe aus dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha angeführt.
Der Sohn von Leopold I., Leopold II. vereinnahmte im Zuge einer verspäteten Kolonialisierung, 1885 den Kongo als Privatbesitz- Diesen musste er aber an den belgischen Staat 1908 abgeben, nachdem die dort begangenen Gräueltaten international bekannt worden, in dessen Folge ca. 10 Millionen Menschen im Kongo ums Leben kamen.
Während des 1. Und 2. Weltkrieges war Belgien neutral, was Deutschland aber nicht daran hinderte, Belgien zu überfallen und zu besetzen. Die letzte nennenswerte, größere Deutsche Offensive im 2. Weltkrieg endete mit der Niederlage in den Ardennen (hauptsächlich der Südosten der Wallonie) im Januar 1945, welche das Ziel hatte, den strategisch wichtigen, alliierten Nachschubhafen Antwerpen, einzunehmen.
Belgien ist noch immer geprägt durch seine innere Zerrissenheit, insbesondere zwischen der flämischen und wallonischen Bevölkerung. Daher hat Belgien den Ruf unregierbar zu sein. So dauerte die letzte Regierungsbildung 493 Tage, ehe sich im September 2020 sieben Parteien auf die Regierungsbildung unter dem flämischen Liberalen Alexander De Croo einigen konnte.
Daher ran an Bouletten oder besser gesagt an die Fritten, die je bekanntermaßen seit 1781 veröffentlichten Dokument aus Belgien stammen und unter dem Namen „Pommes Frites“ (frz. Erd-Apfel) die Welt eroberten.
Doch wo gibt´s denn die Besten?
Laut Google
- am Place Jourdan, der eine ganz andere Art von Institution beherbergt: die frisch renovierte Pommesbude Maison Antoine (1,7km östlich vom Hotel), die seit mehr als 70 Jahren den guten Ruf der Brüsseler Fritten hoch hält.
- am Place du Luxembourg gibt es Pommes – und Burger – von dem trendigen Glamour-Imbiss Be Burger
Von unserem Hotel in einem 1/2 stündigen Spaziergang sind beide gemütlich zu erstürmen.

(Quelle: Google)

Doch wo geht man aus? Näheres in Teil 3 oder 8, sofern die dringend benötigten Informationen vor dem 4. Advent fertig gestellt werden.